Stephan Hösl

Ausgangsbeschränkungen ab Montag in ganz Sachsen

Stephan Hösl


Ausgangsbeschränkung für Sachsen ab 23.03.2020,
0:00 Uhr. Dauer 14 Tage.


Der Corona-Virus hat bereits massive Veränderungen in unserem Land bewirkt.
Vor allem im sozialen Bereich sind Einschränkungen gerade unvermeidlich. Eine verlangsamte Ausbreitung ist die einzige Möglichkeit, dieser Pandemie Einhalt zu gebieten. Die Schließung der Schulen und Kindertagesstätten, Vereinsräume und Spielplätze stellte dabei bereits einen großen Einschnitt in das Alltagsleben dar. Danke, dass Sie durch Ihr besonnenes Handeln in den vergangenen Tagen die Wirksamkeit dieser Maßnahmen unterstützt haben. Leider ist dieser verantwortungsbewusste Umgang mit den Auflagen nicht in jedem Fall erfolgt, so dass die nun angekündigte Ausgangsbeschränkung in Sachsen die logische Folge ist. Ich appelliere deshalb an Sie alle, diese Beschränkung ernst zu nehmen und auch weiterhin besonnen zu handeln. Aus Rücksicht auf all jene, die gerade an vorderster Front aktiv sind, alle Menschen im medizinischen und sozialen Bereich, Rettungskräfte, Verkäufer aber auch der älteren und besonders gefährdeten Menschen, sollten wir jeden Kontakt mit anderen so weit es geht, vermeiden. Bleiben auch Sie zu Hause. Meiden sie unnötige Wege und beschränken Sie Aufenthalte, in Geschäften und Supermärkten auf das Notwendigste. Dank der sozialen Medien ist es gut möglich, auch von zu Hause aus Kontakt zu Freunden, Familie zu halten.
Auch unsere Kinder und Jugendlichen sollen zu Hause bleiben. Bitte ermutigen Sie sie in dieser herausfordernden Zeit, die ungewohnten Einschränkungen ernst zu nehmen und einzuhalten. Sie dienen zu unserem Schutz. Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis und bitte Sie, besonnen und respektvoll zu handeln. Lassen Sie uns miteinander und füreinander einstehen, um die Krise einzudämmen.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder
fassen folgenden Beschluss:

Die rasante Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) in den vergangenen Tagen
in Deutschland ist besorgniserregend. Wir müssen alles dafür tun, um einen
unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern und unser Gesundheitssystem
leistungsfähig zu halten. Dafür ist die Reduzierung von Kontakten entscheidend.
Bund und Länder verständigen sich auf eine Erweiterung der am 12. März
beschlossenen Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte:

1. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen
Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut
nötiges Minimum zu reduzieren.

2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter I.
genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.

3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im
Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen
Hausstands gestattet.

4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an
Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder
individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige
Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.

5. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie
privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land
inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den
Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen
sanktioniert werden.

6. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die
Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure,
Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe
werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe
unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.

8. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es
wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen
für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.

9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen
haben.

Bund und Länder werden bei der Umsetzung dieser Einschränkungen sowie der
Beurteilung ihrer Wirksamkeit eng zusammenarbeiten. Weitergehende Regelungen
aufgrund von regionalen Besonderheiten oder epidemiologischen Lagen in den
Ländern oder Landkreisen bleiben möglich.
Bund und Länder sind sich darüber im Klaren, dass es sich um sehr einschneidende
Maßnahmen handelt. Aber sie sind notwendig und sie sind mit Blick auf das zu
schützende Rechtsgut der Gesundheit der Bevölkerung verhältnismäßig.
Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder
danken insbesondere den Beschäftigten im Gesundheitssystem, im öffentlichen
Dienst und in den Branchen, die das tägliche Leben aufrecht erhalten sowie allen
Bürgerinnen und Bürgern für Ihr Verantwortungsbewusstsein und Ihre Bereitschaft,
sich an diese Regeln zu halten, um die Verbreitung des Coronavirus weiter zu
verlangsamen.

#wirbleibenzuhause