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Gedenken am 9. November 2020

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9. November 2020

Der 9. November verkörpert ein denkwürdiges Datum markanter Ereignisse der deutschen Geschichte:

1918: Ausrufung der Weimarer Republik

1923: Hitlerputsch

1938: Reichspogromnacht

1989: Mauerfall

Die Reichspogromnacht mit dem beispiellosen und öffentlichen Angriff auf die Juden in Form von Plünderungen und Zerstörungen von Synagogen und Geschäften sowie Bücherverbrennungen und Demütigungen jüdischer Familien leitete eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte ein. Hier wurden im gesamten Deutschen Reich bei Übergriffen auf jüdische Einrichtungen ca. 400 Menschen ermordet.

Dem gegenüber steht ebenfalls beispiellos eines der erfreulichsten Kapitel der deutschen Geschichte: die plötzliche Öffnung der Mauer, die 40 Jahre Trennung zwischen BRD und DDR zunichte machte und Menschen aus Ost und West in einer unvergesslichen Nacht wieder zusammenführte.

Beide Ereignisse sind Geschichte und Mahnung gleichermaßen. Roman Herzog benutzte einst in seiner Berliner Rede von 1997 den Ausdruck: „Es muss ein Ruck durch unsere Gesellschaft gehen.“ Diese seine Feststellung hat bis heute ihre Berechtigung behalten und gilt genauso noch heute.

Solch ein Ruck ist nötig auch vor dem Hintergrund der alarmierenden antisemitischen Geschehnisse in diesen Tagen – deutschland- und weltweit.

Ich werde mich heute deshalb nach einer Kranzniederlegung vorm Rathaus auf eine persönliche Gedächtnistour durch Reichenbach begeben, um an den neun Stolpersteinen der jüdischen Mitbürger zu gedenken, die einst mit ihren Familien der Judenverfolgung zum Opfer fielen.