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Entsetzen und Fassungslosigkeit über Schandtat in Halle

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Der perfide und am höchsten jüdischen Feiertag - dem Jom Kippur - ausgeübte Anschlag auf die Synagoge in Halle mit dem sinnlosen Mord von zwei ahnungslosen Menschen schockiert: Schockiert als Angriff auf unsere Demokratie, schockiert vor der Wirklichkeit des rechten Gedankengutes junger Menschen und schockiert vor allem alle in Deutschland lebenden Juden.

Vor dem Hintergrund des in Reichenbach befindlichen Bildungs- und Begegnungszentrums für jüdische und christliche Kultur berührt mich persönlich die Tatsache, wie existent der Antisemitismus mit seinem Grauen sich Bahn brechen will und um wieviel größer und entschiedener unsere Verantwortung werden muss, mit Entschlossenheit und Handeln solchem Hass entgegenzutreten. Es liegt in unserer Verpflichtung und Verantwortung, dass Juden in Deutschland in Sicherheit leben und ihren Glauben praktizieren können.

Als stilles Zeichen meines Mitgefühls für alle jüdischen Mitbürger in Deutschland und im Gedenken an das erfahrene Leid von Juden in Reichenbach werde ich heute an allen neun Stolpersteinen in Reichenbach bewusst innehalten.

(Der Vorsteher der jüdischen Gemeinde von Halle, Max Privorozki, sagte gegenüber Medienvertretern, er habe den Anschlag in der Synagoge über eine Kamera beobachten können: „Der Täter schoss mehrfach auf die Tür und warf auch mehrere Molotowcocktails, Böller oder Granaten, um einzudringen. Etwa 60 Leute, so schätzt Privorozki, waren währenddessen in der Synagoge. Aber die Tür blieb zu. Gott hat uns geschützt.“)